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22.01.2012, 10:35 Uhr | Interview mit Lars Hartfelder (Sportredaktion LR)
„Nachwuchsarbeit zahlt sich aus“
Noch spielen die meisten Kicker der Region auf dem Parkett. Am Samstag steigt das Finale der Hallenkreismeisterschaften. Aber bei vielen Vereinen laufen auch bereits die Vorbereitungen auf die Rückrunde. Wer schafft 2012 den Aufstieg, wer den Klassenerhalt? Die RUNDSCHAU sprach mit dem Vorsitzenden des Fußballkreises Spreewald, Benjamin Kaiser, über das neue Jahr, die Favoriten in der Kreisliga, den Mädchen- und Frauenfußball und die bevorstehende Kreisreform.


Lübben (Spreewald) -
Sportlich ist der Fußballkreis gut aufgestellt. Grün-Weiß Lübben hat in der Brandenburgliga zwar einige Probleme, dafür läuft es bei Vetschau, Golßen und Lübbenau ziemlich gut. Können alle vier Teams die Liga halten?

Ich glaube, dass alle Mannschaften den Klassenerhalt schaffen. Die Probleme bei Grün-Weiß resultieren aus Verletzungen und den schwer zu kompensierenden Abgängen einiger Leistungsträger. Aber Lübben wird sich fangen und die Klasse halten, davon bin ich überzeugt. Dass sich Golßen und Lübbenau, schließlich beides Neulinge in der Landesklasse Süd, so gut behaupten, war nicht unbedingt zu erwarten, zeigt aber, dass diese Vereine gut aufgestellt sind.

In der Kreisliga befindet sich Rot-Weiß Luckau momentan auf dem ersten Tabellenplatz. Groß Leuthen/Gröditsch liegt aber in Lauerstellung dicht dahinter. Wer ist Ihr Favorit auf den Titelgewinn?

Dass sich eine kontinuierliche Nachwuchsarbeit immer auszahlt, zeigt sich – nicht erst in diesem Jahr – bei Rot-Weiß Luckau. Eine junge, gut ausgebildete Truppe mit Spielwitz und hoher Kameradschaft kennzeichnet den Tabellenführer. Ich glaube, in diesem Jahr geht kein Weg an Rot-Weiß Luckau vorbei.

Ohne Schiedsrichter geht es auch im Jahr 2012 nicht. Viele Fußballkreise haben aber in diesem Bereich große Nachwuchssorgen. Wie sieht es im Spreewald aus?

Unter der Leitung von Bernd Seifert hat sich die Nachwuchsleistungsgruppe neu gegründet und ihre Arbeit schon erfolgreich aufgenommen. Mit Andy Schmidt konnte der Fußballkreis Spreewald erstmals einen unter 18-Jährigen in die Landesklasse entsenden. Die Anzahl der Schiedsrichter ist in den vergangenen zwei bis drei Jahren in etwa gleich geblieben. Problematisch ist aber, dass ältere und engagierte Sportfreunde aufgehört oder aufgrund von Arbeit und Familie den Fußballkreis verlassen haben. Dafür sind zwar ausreichend neue Schiedsrichter nachgerückt, diese besitzen jedoch noch nicht von Anfang an die gleiche Qualität. Außerdem hat der Schiedsrichter-Ansetzer Wochenende für Wochenende nur ein paar wenige Schiedsrichter zur Verfügung, die sich über das normale Maß hinaus engagieren.

Die Frauen-Weltmeisterschaft 2011 war sportlich ein Reinfall. Haben Sie dennoch positive Impulse für den Mädchen- und Frauenfußball im Kreis spüren können?

Wir haben ja schon im Vorfeld einiges in diese Richtung auf den Weg gebracht. 20 000plus etwa, die Fortbildungskampagne für Grundschullehrerinnen, oder Team 2011, die Schul- und Vereinskampagne. Es hat sich etwas bewegt, nicht nur durch diese WM. Generell ist die Entwicklung im Frauen- und Mädchenfußball absolut positiv. Das Interesse, selbst zu spielen oder zumindest sich die Spiele anzuschauen, ist gestiegen. Darum glaube ich, dass sich viele auch nach unserem Ausscheiden weiter Frauenspiele anschauen werden. Die Menschen sind neugierig geworden auf Frauenfußball. Solche Veranstaltungen reißen doch immer mit. Ich glaube, dass wir so sowohl Mädchen als auch Jungen für den Fußball begeistern können. Das beste Beispiel ist die SG Gießmannsdorf, die mit ihren neugegründeten C-Mädchen in der Landesliga aktuell einen beachtlichen sechsten Platz belegen.

Die Kreisreform ist auch auf den Weg gebracht, zuletzt gab es aber anscheinend unterschiedliche Auffassungen der Nachbarkreise. Wie ist hier der aktuelle Stand zu diesem Thema?

Wir haben unsere Vereinen bereits im Juli 2011 über den aktuellen Stand informiert. Die ersten Gespräche zwischen den Fußballkreisen Elbe/Elster, Senftenberg und Spreewald haben längst stattgefunden. In diesen Gesprächen – geführt auf Augenhöhe – geht es um so konkrete Dinge wie Spielklassenstruktur, Auf- und Abstiegsregeln, Schiedsrichterbesetzung, Nachwuchs und Hallenturniere. Wie die Lausitzer Rundschau bereits berichtet hat, ist jedoch die Reform noch nicht in trockenen Tüchern, da einige Fußballkreise noch immer den Wunsch nach einer Eigenständigkeit bekunden. Hier werden bei einigen die Zeichen der Zeit noch immer nicht erkannt. Wir liegen genau im Plan unserer Überlegungen. Mit Beginn der Saison 2013/14 als Relegationsspieljahr muss alles klar sein.

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